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26.08.2026

Positive Ausbildungsbilanz

„Unsere Betriebe stehen weiterhin unter massivem Kosten- und Wettbewerbsdruck – insbesondere durch dauerhaft hohe Energiepreise sowie steigende Personal- und Materialkosten,“ sagte Kreishandwerksmeister Matthias Zieseniß beim Tag des Handwerks in der Miara Ranch in Lamspringe, wo er vor rund 200 Gästen auch Wirtschaftsminister Grant-Hendrik Tonne begrüßte.
 
„Trotz der hohen Preise sind unsere Betriebe mit der wirtschaftlichen Entwicklung aber überwiegend zufrieden – gerade im Bau- und Ausbaugewerbe ist der Auftragslage nach schwierigem Jahresstart inzwischen sehr gut,“ betonte Zieseniß.

Betriebe warten beim Bürokratieabbau auf Entlastungswirkung

Trotz richtiger Ansätze bleibt die Bilanz bisher ernüchternd. Es mangelt vor allem an für Handwerksbetriebe in ihrem Alltag spürbaren Entlastungsmaßnahmen. Leicht umsetzbare Schritte wie die Abschaffung der Bonpflicht oder die Aufhebung des Sonntag-Backverbots blieben weiter aus. Auch die angekündigte Reduzierung von Berichts- und Dokumentationspflichten fällt weit hinter den Erwartungen des Handwerks zurück. Beim Bürokratieabbau ist deutlich mehr drin.

Stattdessen gibt es immer wieder neue bürokratische Hürden durch das Verpackungsgesetz oder die Gefahrstoffverordnung mit dem Umgang von Asbest.

Asbest und weitere in früheren Jahrzehnten verbaute Gefahrstoffe sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Verantwortung für die Beseitigung dieser Altlasten kann nicht allein auf die ausführenden Betriebe der Bauwirtschaft abgewälzt werden.

Positive Ausbildungssituation

„Es gibt Entwicklungen, die Mut machen. Und der Ausbildungsmarkt im Handwerk gehört in diesem Jahr ganz klar dazu. Gegenüber dem Vorjahr haben sich im ersten Halbjahr fünf Prozent mehr junge Menschen haben für eine Ausbildung im Handwerk entschieden,“ freute sich der Kreishandwerksmeister.
„Das ist ein starkes Signal für die Zukunft des Handwerks und zeigt, dass immer mehr junge Menschen die Chancen einer beruflichen Ausbildung erkennen.“

Dazu trägt auch der technologische Wandel bei.

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt und wirft für viele junge Menschen die Frage auf, welche Berufe langfristig Bestand haben.

Das Handwerk gibt darauf eine überzeugende Antwort: Digitale Werkzeuge und KI können den Arbeitsalltag sinnvoll unterstützen, ersetzen aber weder handwerkliches Können noch Erfahrung, Kreativität und den direkten Kontakt zu den Menschen.

Gerade diese Verbindung aus moderner Technologie und praktischer Arbeit macht das Handwerk zukunftssicher und attraktiv.

Das Handwerk bietet jungen Menschen nicht nur einen Beruf mit Perspektive, sondern die Möglichkeit, die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Es hat sich gezeigt, dass insbesondere auch Handwerksberufe einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der dringend benötigten zentralen Infrastruktur leisten. Ohne die handwerklichen Ausbildungsberufe wäre der Kauf von Brillen, Hörgeräten und Orthesen, die Reparatur des Fahrrades oder Fahrzeugs, der Gang zum Bäcker oder Fleischer, die Reinigung von Krankenhäusern und Arztpraxen, die Aufrechterhaltung von Kühlsystemen und Klimaanlagen, Notfalleinsätze im Sanitärbereich, der Weiterbau von Wohnungen und digitaler Infrastruktur und vieles mehr nicht möglich gewesen.

Insgesamt gibt es im Bezirk der Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld 1211 Lehrverhältnisse.

Die Handwerksbetriebe wollen ausbilden, ihr Ausbildungsengagement ist ungebrochen hoch. 476 Betriebe bilden in unserem Bezirk aus.

Die lehrlingsstärksten Berufe in unserem Bezirk sind im Augenblick die Kraftfahrzeugmechatroniker (230), Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizung-Klima (189), Elektroniker (112), Tischler (76) und Land- und Baumaschinenmechatroniker (66).

„Trotzdem müssen wir die Nachwuchswerbung weiter fortsetzen und wollen uns auch wieder an der "Nacht der Bewerber" beteiligen, die am Freitag, den 25.09.2026 in Hildesheim stattfindet, sagte Zieseniß

Deutschlandticket Azubi Niedersachsen

„Eine Forderung des Handwerks ist inzwischen umgesetzt worden, unser Dank geht hier heute auch an unseren Gastredner Wirtschaftsminister Tonne, betonte Zieseniß.



Mit dem Deutschlandticket Azubi Niedersachsen können Ausbildungsbetriebe ihren Nachwuchskräften eine attraktive und nachhaltige Mobilitätslösung bieten – und gleichzeitig ihre Position als moderner Arbeitgeber stärken.
Das Ticket ermöglicht Auszubildenden die bundesweite Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und erleichtert damit den Weg zur Berufsschule, zum Betrieb oder zu überbetrieblichen Lehrgängen.

Das reguläre Deutschlandticket kostet derzeit 63 Euro pro Monat. Durch den Landeszuschuss erhalten Auszubildende in Niedersachsen bereits 20 Prozent Rabatt. Bieten Betriebe das Ticket zusätzlich als Jobticket an und beteiligen sich an den Kosten, reduziert sich der monatliche Preis auf maximal 31,50 Euro.